SPD streicht Freiwilligenförderung

Hier kitten, dort zerstören


Der Wegfall tausender Ein-Euro-Jobs führt zum Aus für etliche Statteilprojekte. Die SPD will diese Entwicklung durch einen Sondertopf abfedern. Allerdings streicht sie im Gegenzug bei der Förderung des Freiwilligenengagements. Dies wird direkte Auswirkungen haben auf zahlreiche Projekte der Integrations- und Seniorenarbeit.

Die SPD-Fraktion hat einen „Überbrückungsfonds bezirkliche Stadtteilarbeit“ angekündigt. Der Finanzierungsvorschlag dafür stößt bei der GAL-Fraktion auf Unverständnis. Hierzu erklärt Katharina Fegebank, sozialpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion:

„Die Einrichtung des Fonds zur Stadtteilarbeit ist zu begrüßen, damit reagiert die SPD auf die massive Kritik am Kahlschlag der Ein-Euro-Stellen. Sie geht dabei allerdings unbedacht und kurzsichtig vor. Sie streicht den Topf zur Freiwilligenförderung fast komplett zusammen und zerstört damit alle Anstrengungen zur Förderung von Bürgerengagement. Etlichen Initiativen der Integrations- und Seniorenarbeit werden allein gelassen. Wir fordern, dass sich die SPD endlich dem Thema Bürgerengagement annimmt. Sie sollte das schwarz-grüne Projekt einer ,Leitstelle für Integration und Zivilgesellschaft‘ fortführen.“

Hierzu ergänzt Filiz Demirel, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion:

"Dieser Überbrückungsfonds ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Stadtteile brauchen nachhaltige Lösungen. Diese Lösung kann aber nicht auf Kosten der Freiwilligenarbeit in Hamburg gehen. Wir fordern den Senat auf, die Strukturen in sozial benachteiligten Stadtteilen endlich nachhaltig zu sichern. Die SPD versucht, die Einrichtungen mit einer billigen Pille zu beruhigen, aber diese Pille wird nicht lange wirken."

 Hintergrund:
Die schwarz-grüne Koalition hatte im Haushaltsentwurf 2010/11 erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Förderung des freiwilligen Engagements zu verbessern. Im Fokus dieser Förderung standen dabei die generationsübergreifenden Freiwilligendienste mit innovativen Formen des bürgerschaftlichen Engagements für ein neues Miteinander der Generationen. Dabei sollten insbesondere die Lebenserfahrung und die besonderen Potenziale der älteren Generation eingesetzt werden.



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