100. Internationaler Frauentag

Viel wurde erreicht – viel bleibt zu tun


Mit Blick auf den 100. Internationalen Frauentag am Dienstag fordert die GAL-Bürgerschaftsfraktion mehr Solidarität aus Hamburg mit Frauen weltweit. Bei konkreten Schritten für eine bessere Gleichstellung hier vor Ort ist der neue Senat gefragt.

Antje Möller, parlamentarische Geschäftsführerin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt: „In Nordafrika und in der arabischen Welt kämpfen die Menschen zur Zeit um viele ganz grundlegende Dinge: Demokratie, Freiheit und Gleichheit. Gerade für die Frauen erfordert es besonderen Mut, sich öffentlich für politische Veränderungen einzusetzen. Unsere Unterstützung ist hier notwendig.

Viel wurde für die Gleichstellung in den vergangenen 100 Jahren in Deutschland erreicht. Auch wenn in Berlin eine Kanzlerin regiert und in der GAL-Fraktion heute 9 von 14 Abgeordneten weiblich sind, bleiben die Forderungen des ersten Internationalen Frauentages im Jahr 1911 aktuell.

Bei der Bildung haben die Frauen mindestens gleichgezogen: Mädchen haben die besseren Noten, junge Frauen machen häufiger Abitur, sie stellen die Mehrheit der Studierenden. Aber wo bleiben diese erfolgreichen Frauen? In den Führungsetagen trägt man meist Krawatte und Anzug, weibliche Vorstände oder Aufsichtsräte gibt es nur verschwindend wenige.

Für Mütter ist der Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Kinderpause oft extrem schwer. Deshalb haben wir in Hamburg das Kita-Betreuungssystem ausgebaut. Der neue SPD-Senat hat sich hier viel vorgenommen und muss dies auch einlösen: den weiteren Kita-Ausbau und die Senkung der Beiträge – bei gleichbleibender Qualität und ohne an den Gruppengrößen zu schrauben. Hier werden wir sehr genau hinsehen.

Die SPD spricht sich wie auch die Grünen für eine Frauenquote in Aufsichtsräten aus. Hier sind Herr Scholz und seine Regierung in der Bringschuld. Wenn Hamburg sich auf Bundesebene für eine solche Quote einsetzen will, bieten wir unsere Unterstützung an. Zudem brauchen wir eine Initiative, um die Lohnschere zwischen Männern und Frauen endlich zu schließen. Es bleibt diskriminierend, dass Frauen bei gleichwertiger Arbeit immer noch häufig schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit soll in Hamburg gelten.

Deshalb wollen wir ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft und eine geschlechtergerechte Besetzung von Führungsposten in den städtischen Unternehmen. Wir Grüne haben uns seit unserer Gründung für die Gleichstellung von Männern und Frauen eingesetzt. Der Internationale Frauentag erinnert immer daran, dass die Welt noch ein langes Stück Weg vor sich hat.“



1 Kommentar

Ja, natuerlich hat sich schon viel getan mit der Emanzipation der Frau, aber "gleichgestellt" ist die Frau deshalb noch lange nicht.

Genau, Maedchen haben die besseren Noten und oftmals die bessere oder gleich Ausbildung wie ein maennlicher "Kollege", aber trotzdem werden die maennlichen Anwaerter dann doch bevorzugt.

Es gibt noch viel zu tun!